BTV-Turner erstmals Oberliga-Meister !!!
Einen historischen Erfolg erzielten die BTV-Turner in der Rheinland-Liga in der Saison 2026. Erstmals in der 166-jährigen Vereinsgeschichte wurde die Mannschaft des Bonner TV Oberliga-Meister. Das Bonner Team hatte alle vier Wettkämpfe der Saison gewonnen und die Liga dominiert.
In der Oberliga-Mannschaft des Bonner TV turnten dieses Jahr Joschua Bartels, Lasse Bausch, Matthis Hundrup, Benedikt Kreis, Jonas Moritz, Noah Oberbeck, Henning Scheib und Henrik van Gent. Für Noah Oberbeck und Matthis Hundrup, die Jüngsten im insgesamt jungen Team, war es ihre erste Oberliga-Saison.
Nach dem 2. Platz im vergangenen Jahr war es dieses Jahr das erklärte Ziel der Mannschaft und von Cheftrainer Aleksei Potapov, die Teams des 1. FC Spich, des TV Verlautenheide, des Turnteams Duisburg und der TG Niederberg hinter sich zu lassen und den Meistertitel nach Bonn zu holen.
Beim ersten Wettkampf am 28. Februar in Oberhausen hatte es nach dem ersten Gerät noch gar nicht danach ausgesehen, dass das Team dieses Ziel souverän erreichen würde. Denn mit 32,35 Punkten am Pauschenpferd (Jonas Moritz 9,45, Joschua Bartels 10,65, Lasse Bausch 12,25) hatten die Bonner Turner nur auf Platz 4 in der Zwischenwertung gelegen. Damit hatten sie einen Rückstand von 6,3 Punkten auf den TV Verlautenheide auf Platz 1. Der hatte am Boden sehr stark mit 38,650 Punkten begonnen. Dann am Pauschenpferd holte er aber nur rund nur 30,85 Punkte. Das Bonner Team hingegen turnte stark an den Ringen und holte dort 37,40 Punkte (Jonas Moritz 12,00, Henning Scheib 12,15, Lasse Bausch 13,25).

Damit zogen die Bonner nach dem 2. Durchgang nicht nur knapp am TV Verlautenheide, sondern auch an allen anderen Teams vorbei. Den Vorsprung büßten sie allerdings in der dritten Runde gleich wieder ein. Denn der TV Verlautenheide erhielt an den Ringen 2,3 Punkte mehr als der BTV mit 34,70 Punkten (Jonas Moritz und Joschua Bartels je 11,20, Lasse Bausch 12,30) am Sprung. Mit einem sehr starken Auftritt am Barren mit 37,15 Punkten (Jonas Moritz 11,55,Henning Scheib und Lasse Bausch je 12,80) übernahmen die Bonner wieder die Führung, die sie dann am Reck und am Boden noch weiter ausbauen sollten. Am Reck wurden 33,90 Punkte erzielt (Jonas Moritz 10,30, Joschua Bartels 10,90, Lasse Bausch 12,70) und am Boden 37,95 Punkte (Henning Scheib 11,65, Joschua Bartels 12,65, Lasse Bausch 13,65). Am Ende stand dann doch ein deutlicher Sieg mit 213,45 Punkten und rund 10 Punkten Vorsprung auf den zweitplatzierten TV Verlautenheide.

Matthis Hundrup hatte in diesem Wettkampf am Boden (11,30 Punkte) und am Barren (10,95 Punkte) seinen ersten Einsatz in der Oberliga. Auch wenn er mit diesen Übungen nicht in die Wertung kam, war es eine gelungene Premiere. Deutlich verbessert im Vergleich zur Vorsaison präsentierte sich Lasse Bausch. Unter anderem zeigte er als Abgang am Reck einen gehockten Doppelsalto und an den Ringen einen Schraubensalto. Mit herausragenden 76,950 Punkten im Sechskampf war er der fleißigste Punktesammler des Teams. Henning Scheib, der stärkste Turner im Team, konnte auf Grund des Reglements in Oberliga nicht so viel Punkte für das Team einheimsen. Da er für die Metropole Ruhr in der 2. Bundesliga turnt, erhielt er für seine Übungen nur die Hälfte des Ausgangswerts im Vergleich zu einem Turner ohne Einsatz in der Bundesliga.
Beim zweiten Wettkampf am 7. März in Simmerath in der Eifel schockte das Bonner Team die Konkurrenten aus Spich, Verlautenheide, Niederberg und Duisburg gleich im ersten Durchgang mit einer hervorragenden Leistung von 39 Punkten an den Ringen (überragend Lasse Bausch 13,85, stark Jonas Moritz 12,80 und Henrik van Gent 12,35). Damit setzten die Bonner Turner ein klares Statement: Auch ohne den turnerisch besten Mann im Team, auch ohne Henning Scheib, der verletzungsbedingt fehlte, dürfte die Mannschaft nur schwerlich zu bezwingen sein. Mit der starken Leistung an den Ringen, der höchsten Gerätewertung der gesamten Saison, setzte sich der BTV gleich an die Spitze des Klassements und gab die Führung nicht mehr ab.

Die Bonner Turner gewannen auch alle anderen Gerätewertungen. Am Sprung holten sie starke 35,75 Punkte (Lasse Bausch 12,05, Joschua Bartels 11,95, Henrik van Gent 11,75), am Barren 34,90 Punkte (Lasse Bausch 12,40, Noah Oberbeck 11,30, Henrik van Gent 11,05), am Reck starke 35,30 Punkte (Lasse Bausch 12,40, Jonas Moritz 11,60, Joschua Bartels 11,30), am Boden ebenfalls starke 38,40 Punkte (Lasse Bausch 13,35, Joschua Bartels 13,05, Jonas Moritz 12,00) und am Pferd 32,45 Punkte (Lasse Bausch 11,65, Joschua Bartels 10,50, Jonas Moritz 10,30). Insgesamt sammelte das Bonner damit 215,80 Punkte und gewann den Wettkampf wieder deutlich mit etwa 10 Punkten Vorsprung vor dem TV Verlautenheide.

Noah Oberbeck trug bei seiner Oberliga-Premiere gleich gute 11,30 Punkte am Barren zum Mannschaftsergebnis bei. Lasse Bausch glänzte wieder wie eine Woche zuvor mit einem herausragenden Sechskampfresultat von 75,85 Punkten.
Auch beim dritten Wettkampf am 14. März in der eigenen Halle in Bonn setzten sich die Bonner Turner am ersten Gerät an die Spitze des Klassements. Am Boden erturnten sie sich starke 38,40 Punkten (Lasse Bausch 13,35, Joschua Bartels 13,05, Henning Scheib 12,20).

Auch an diesem Tag gaben sie die Führung nicht mehr ab. Sie gewannen fünf Gerätewertungen: das Pauschenpferd mit 33,50 Punkten (Lasse Bausch 12,70, Joschua Bartels 10,60, Jonas Moritz 10,20), die Ringe mit starken 38,30 Punkten (Lasse Bausch 13,05, Henning Scheib 12,80, Jonas Moritz 12,45), den Sprung mit 34,20 Punkten (Lasse Bausch 11,80, Joschua Bartels 11,30, Henrik van Gent 11,10) und das Reck mit 32,95 Punkten (Lasse Bausch 12,70, Joschua Bartels 11,55, Noah Oberbeck 8,70). Nur am Barren hatte der BTV nach drei Absteigern bzw. Stürzen das Nachsehen und holte 33,750 Punkte (Matthis Hundrup 11,35, Lasse Bausch 11,30, Henning Scheib 11,10). Am Ende standen für das Team 211,10 Punkte zu Buche. Auch bei diesem Sieg hatte der BTV wieder etwa 10 Punkte Vorsprung auf den zweitplatzierten TV Verlautenheide.
Bei seinem zweiten Oberliga-Einsatz kam Matthis Hundrup mit seiner Barrenübung erstmals in die Mannschaftswertung. Wiederholt äußerst stark im Sechskampf zeigte sich Lasse Bausch mit 75,20 Punkten.
Mit den drei Siegen im Februar und März war die Meisterschaft noch nicht gesichert. Rechnerisch müsste beim vierten Wettkampf in Duisburg am 18. April der 3. Platz in der Tageswertung für den sicheren Gewinn der Meisterschaft erreicht werden. Nach den drei souveränen Siegen zuvor war es das Ziel, den Meistertitel mit einem weiteren Tagessieg in Duisburg zu erringen. Das sollte sich an diesem Tag allerdings als nicht so einfach herausstellen.

Nach dem ersten Gerät lagen die Bonner Turner nur auf dem letzten Platz in der Zwischenwertung. Sie hatten am Pauschenpferd 32,45 Punkte erzielt (Lasse Bausch 11,75, Joschua Bartels und Jonas Moritz je 10,35). Damit hatten sie einen Rückstand von 3,25 Punkten auf den TV Verlautenheide auf Platz 1. Am zweiten Gerät konnte sich der BTV auf Platz 3 vorarbeiten. Nach 36,40 Punkten an den Ringen (Lasse Bausch 12,70, Jonas Moritz 12,30, Henrik van Gent 11,40) betrug der Rückstand auf den immer noch führenden TV Verlautenheide nur noch 1,05 Punkte. Nach dem dritten Gerät vergrößerte sich der Rückstand wieder – und zwar auf 2,20 Punkte. Der BTV hatte am Sprung mit 34,15 Punkten (Lasse Bausch 12,05, Joschua Bartels 11,30, Henrik van Gent 10,80) weniger Punkte erzielt als der TV Verlautenheide am Barren.

Der BTV konnte dann seinerseits am Barren mit 35,75 Punkten (Lasse Bausch 12,65, Jonas Moritz 12,05, Henrik van Gent 11,05) erstmals am Tag die Führung im Zwischenklassement erobern. Der Vorsprung auf den TV Verlautenheide, der am Reck 32,30 Punkte geholt hatte, betrug allerdings nur 1,25 Punkte. In der fünften Runde erhielten die Bonner für ihre Übungen am Reck nur 31,85 Punkte (Jonas Moritz 11,25, Joschua Bartels 10,35, Lasse Bausch 10,25). Der TV Verlautenheide hingegen holte 37,10 Punkte am Boden, so dass der BTV vor dem letzten Gerät genau 4 Punkte hinter dem TV Verlautenheide lag. In der sechsten Runde kehrten sich die Verhältnisse um. Das Team aus Verlautenheide erhielt nur 29,70 Punkte am Pauschenpferd. Der BTV hingegen erzielte am Boden 35,20 Punkte (Lasse Bausch 12,15, Joschua Bartels 11,55, Noah Oberbeck 11,50). So machte das Bonner Team 5,5 Punkte auf den TV Verlautenheide gut und konnte sich am letzten Gerät noch den Tagessieg mit 1,5 Punkten Vorsprung sichern. Insgesamt hatte der BTV beim Liga-Finale 205,80 Punkten gesammelt.
Die Freude über den Tagessieg und die Meisterschaft war zunächst etwas verhalten. Denn Benedikt Kreis, der eigens mit nach Duisburg gefahren war, um die Mannschaft zu verstärken, hatte sich beim Einturnen am Boden verletzt. Nachdem er nach einer ersten medizinischen Untersuchung dann doch den Meisterschaftspokal mit den anderen Bonner Turnern in Empfang nehmen konnte, waren die Freude und der Stolz beim Team, den Trainern, Aleksei Potapov und Volodymir Kerzhkowskyi, und den mitgereisten Fans über den erstmaligen Gewinn der Oberliga-Meisterschaft sehr groß.

In beeindruckender Weise hat die Mannschaft mit vier Siegen bei allen vier Wettkämpfen und einem deutlichen Vorsprung von insgesamt mehr als 30 Wettkampfpunkten das Saisonziel erreicht, die Meisterschaft zu gewinnen. Das Team zeichnete sich neben seiner turnerischen Klasse durch einen außerordentlichen Teamgeist und eine sehr große mannschaftliche Geschlossenheit aus.
Lasse Bausch ragte mit seinen besonderen Leistungen allerdings aus der starken Mannschaft heraus. An allen vier Wettkampftagen turnte er jeweils einen kompletten Sechskampf – und das konstant auf einem sehr hohen Niveau. Er hat für seine Übungen durchschnittlich nahezu 12,5 Punkte erzielt und damit allein fast 300 Punkte von den 846,15 Wettkampfpunkten für das Team erturnt.

Henning Scheib zeigte an zwei Wettkampftagen die hochwertigsten Übungen und begeisterte damit das Publikum. Obwohl er als Bundesliga-Turner für seine Übungen nur den halben Ausgangwert bekam, konnte er mit etwa 12,15 Punkten maßgeblich zum guten Mannschaftsresultat beitragen. Joschua Bartels turnte bei allen vier Wettkämpfen an Boden, Pauschenpferd, Sprung und Reck. Alle seine Übungen gingen in die Mannschaftswertung ein. Bei 15 seiner 16 Übungen erzielte er das zweitbeste Ergebnis im Team. Jonas Moritz stellte sich trotz seines intensiven Engagements im Ninja-Sport an allen vier Wettkampftagen in den Dienst der Mannschaft und trat sogar 20 Mal ans Gerät. Dabei erwies er sich mit vielen guten Übungen als fleißiger Punktesammler für das Team. Bei allen vier Wettkämpfen turnte auch Henrik van Gent. Er war dabei an den Ringen, am Sprung und am Barren eine unverzichtbare Stütze für die Mannschaft. Noah Oberbeck und Matthis Hundrup zeigten als Neulinge eine starke erste Saison und konnten mit guten Übungen bereits Punkte für das Team einheimsen. Benedikt Kreis zeigte mit seinem Engagement beim Liga-Finale außerordentlichen Team-Spirit und hat die Mannschaft am Pauschenpferd unterstützt. Seine schöne Bodenkür konnte er wegen seiner Verletzung beim Einturnen leider nicht mehr präsentieren.
Mit dem Sieg der Meisterschaft hat sicher der Bonner TV für den Aufstiegswettkampf zur 3. Bundesliga Nord qualifiziert. Der Termin hierfür steht noch nicht fest.
Alle Teams, die in der Liga starten, müssen Kampfrichter für die Wettkämpfe in der Landesliga und Oberliga stellen. Für den Bonner TV haben Felix Bitter und Marius Mink diese unverzichtbare Aufgabe mit einer hohen Qualität wahrgenommen und so das Team unterstützt.
Fotos: Siggi Eisenmenger / Video-Standbilder: Thomas Scheib
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